Was man über Palmöl wissen sollte

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Palmöl ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Schätzungen zufolge enthalten rund 50 Prozent aller Produkte im Supermarkt Palmöl - von Wasch- und Reinigungs- über Lebensmittel bis hin zu Kosmetikprodukten. Andererseits steht das Naturerzeugnis immer wieder auch in der Kritik. Hier sind wichtige Fragen und Antworten:

Wo kommt Palmöl her?
Es wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Ursprünglich in Westafrika beheimatet, wird sie heute nahezu in allen Tropenregionen der Erde angepflanzt. Hauptanbaugebiete sind Indonesien und Malaysia. In diesen beiden Ländern wurden im Jahr 2019 allein insgesamt rund 62,3 Millionen Tonnen Palmöl produziert.

Warum leistet Palmöl einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Öl- und Fettgewinnung?
Es ist das pflanzliche Fett mit dem weitaus höchsten Flächenertrag pro Hektar, mehr Infos gibt es unter www.forumpalmoel.org. Von allen Ölfrüchten nimmt die Ölpalme nur etwa zehn Prozent der gesamten Anbaufläche für die weltweite Öl- und Fettgewinnung ein. Gleichzeitig stellt sie mit rund 40 Prozent den größten Teil der Gesamtproduktion.

Warum wird über Palmöl so heftig diskutiert?
Aufgrund der großen Nachfrage nach Palmöl hat sich der Anbau von Ölpalmen stark ausgeweitet. Die Effekte auf die Umwelt sind vor allem: Regenwaldabholzung und damit verbunden eine Zunahme von CO2 in der Atmosphäre.

Was fordern Umweltverbände in Sachen Palmöl?
Der weltweite Palmölverbrauch sollte nicht weiter steigen. Palmöl sollte demnach sparsamer eingesetzt werden und aus zertifiziertem, nachhaltigem Anbau stammen. Auch wenn es in zahlreichen Fällen durch andere Öle ersetzt werden könne, sei ein vollständiger Ausstieg aber nicht sinnvoll, so etwa der WWF. Denn Raps-, Kokosöl und Co. verbrauchen für die gleiche Ölmenge fünf- bis zehnmal so viel Fläche wie Palmöl. Entscheidend sei, dass es durch den Anbau der Ölpalmen zu einer besseren Rückverfolgbarkeit von Waren und keiner neuen Entwaldung komme. "Eine Überwachung mit Satellitenbildern kann da gute Dienste leisten", sagt Sascha Tischer, Co-Vorsitzender des Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP), ein Zusammenschluss von Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und der Bundesregierung.

Gibt es solche Zertifizierungssysteme?
Ja, es haben sich diverse Zertifizierungssysteme entwickelt, um den Anbau von Ölpalmen nachhaltiger zu gestalten und die ökologischen und sozialen Probleme in den Anbauländern anzugehen. "Doch das reicht nicht aus", so Tischer. "Wir unterstützen daher auch Maßnahmen jenseits von Zertifizierung, setzen uns für transparente Palmöllieferketten ein und fördern Pilotprojekte mit kleinbäuerlichen Gemeinschaften, um nachhaltige Konzepte erfolgreich umzusetzen."

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